Komm wir ziehen nach Brandenburg – von der Stadt aufs Land

Von der Stadt aufs Land. Ein Leben am Puls der Zeit mitten in Berlin am Hackeschen Markt wird eingetauscht gegen idyllisches Landleben in der Natur mitten im Nirgendwo!

 

Es war ein Tag im Juli 2017: Wir waren im Urlaub und ich stellte auf Instagram die Frage, wer sich alles getraut hat rauszuziehen. Außerdem fragte ich nach “selber bauen”, “Fertighaus” ” altes Haus”  und “neues Haus” kaufen ? Es folgten viele Antworten und und dabei fiel immer mal wieder der Ort Hohen Neuendorf.
Hohen Neuendorf ist die erste Brandenburger Gemeinde hinter Berlin. Einfach perfekt, denn hier können wir naturnahes Leben erleben, sind aber innerhalb von 40 Minuten wieder mitten in Berlin. Schon als wir in der S-Bahn saßen, um das Haus anzusehen, hatten mein Mann und ich dieses unbeschreibliche Gefühl im Bauch! Ein Gefühl, das sagte: Wir fahren gerade zu unserem neuen Zuhause! Je weiter wir aus der Stadt rausfuhren, umso grüner und ländlicher wurde es. Ich fühlte mich direkt wieder an meine Kinderzeit erinnert, denn die fand auch sehr, sehr ländlich statt.

Vertikale Hochbeete für Kräuter und Erdbeeren anlegen ! Eine Liebeserklärung an die Formschönheit der einfachen Dinge. Anleitung für die Beflanzung von vertikalen Hochbeeten

 

Als wir angekommen waren, war es direkt Liebe! Ein super helles, modernes Bauhaus inmitten einer grünen Oase, um uns herum wilde Wiesen, auf dem Grundstück selber  war genau nichts. Die Vorbesitzer hatten keine Lust auf Gartenarbeit, also lag alles sehr brach. Für mich war der Gartenzustand perfekt, denn so hatte ich alle Möglichkeiten, mich frei auszuleben. Im Haus renovierten wir tatsächlich relativ viel, um es so wohngesund und natürlich wie möglich zu gestalten. Wir tauschten schwarze Fliesen gegen geseiftes Eichenparkett und strichen alles mit wohngesunder Farbe.

Meine  zunehmende Sehnsucht nach einem
unkomplizierten und naturnahen Leben war zum greifen nah!

 

Uns bietet Brandenburg in Zeiten, in denen es in den Stadt immer voller, hektischer und teurer wurde, viel Raum für unsere /meine Selbstverwirklichung! Mein Mann pendelt tatsächlich täglich in die Stadt, während ich meinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt komplett in die Natur verlegt habe. Nun kann ich endlich im Gleichklang mit der Natur leben, meinen Kindern alles über die Pflanzen und Tiere beibringen, über die wir täglich stolpern.An den Wochenenden die Umgebung erkunden. Ihr habt ja gar keine Vorstellung, wie schön das direkte Brandenburg rund um Berlin ist! Während wir noch in der Stadt gelebt haben, war ich überhaupt nicht offen für den Gedanken, auch mal aus Berlin herauszufahren. Total bescheuert ! Denn tatsächlich ist jeder Berliner innerhalb von 30-40 Minuten in den schönsten Naturschutzgebieten. Man muss nur wissen, wo sie zu finden sind, und einfach hinfahren.

Tipps : Brandenburg naturnah erleben rund um Berlin:

  1. Lobetal (kennt ihr den Joghurt aus dem Bioladen der aus dem Lobethal kommt…ist um die Ecke für alle Berliner )
  2. Biesenthal
  3. Berlin Straussberg Naturweg
  4. Uckermark→ Gerswalde ! Natur und japanisches Essen als schöner Kontrast, dazu passt übrigens auch der Film ” Von Bienen und Blumen!-

Landflucht – kann das gut gehen?

Tatsächlich haben wir bei der Entscheidung rauszuziehen, keinen Moment überlegt, ob es eine gute Entscheidung ist, sondern direkt aus dem Bauch heraus entschieden.Das war genau richtig, denke ich!

Obgleich wir gar nicht vordergründig aus der Stadt raus wollten, wir wollten es etwas ruhiger, mehr Wohnraum und rundherum grüner. Nur sind diese Wünsche in der Stadt einfach nicht bezahlbar!  Tatsächlich denke ich nun im Nachhinein, es hätte auch ganz schön nach hinten losgehen können, denn die Kinder und ich haben mit dem Schritt aufs Land die Stadt gänzlich hinter uns gelassen. Von den sozialen Kontakten, die man täglich im Bioladen auf der Straße oder im Eiscafés hat, möchte ich gar nicht anfangen. Das ist tatsächlich etwas, was mir hier hin und wieder fehlt. Denn sind wir mal ehrlich: Die “Neuen” in einem Dorf oder einer Kleinstadt werden immer erst mal eine lange Zeit beobachtet! Nun sind wir auch eine Familie, die vielleicht ein wenig polarisiert, denn wir  haben mit Abstand den unordentlichsten Garten, wir haben drei Hühner, von denen zwei Hähne sind und das auch stündlich kundtun. Unsere Kinder sind im Sommer spät im Bett und spät wach, alles ist vordergründig betrachtet sehr frei und unstrukturiert. Die gesamten Katzen der Nachbarschaft hängen bei uns rum und dass der Fuchs mittags vor der Tür steht und keine Anstalten macht, wieder zu verschwinden, ist auch nichts Neues. Wir sind eben irgendwie ein sehr offenes Haus für alle Lebewesen, die uns Gutes wollen. Ich finde es schön, viele andere wahrscheinlich etwas merkwürdig- denke ich.

Gott sei Dank ist gerade eine (Stadt-)Mutter mit zwei Kindern um die Ecke in ein altes Haus eingezogen, nun sind wir gemeinsam  neu und verstehen uns blendend. So langsam kommen wir hier auch im gesamten sozialen Gefüge an, Schule sei Dank!

Sicherlich war es für die Kinder viel, viel einfacher als für mich, denn durch Schule und Kindergarten fanden sie sehr schnell Anschluss. Glücklicherweise  ist  unser Haus und Garten eine grüne Oase der Stille für mich und nun der schönste Ort der Ruhe. Für mich ist alles wunderbar, so wie es ist, denn ich bin gerne alleine für mich oder mit den Kindern, mir genügen die Vögel, die Natur und das einfache Sein. Da ich beruflich immer mal wieder unterwegs sein muss, ist es ein guter Ausgleich für mich. Wobei ich mittlerweile gar nicht mehr gerne in Städten unterwegs bin. Mir ist es alles viel zu laut und Kräfte zerrend.  Die Kinder wiederum  haben nur an Freunden dazu gewonnen, denn die alten Freundschaften bestehen nach wie vor.

 

Foto by Beate Seewald

Das Landleben einfach mal ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen? Tolle Idee!

Mit der neuen Kampagne des Landes Brandenburg (klick) könnt ihr genau das mal ausprobieren! Ein paar schlaue Menschen haben sich überlegt, dass es doch eine gute Idee ist, einfach mal drei Familien für einen Monat lang einzuladen, Brandenburg hautnah und familiär zu erkunden. Diese Kampagne richtet sich an Familien, die z.B. ist in der Elternzeit sind oder aber gemeinsam einen Monat lang eine Berufliche Auszeit nehmen können.

 

Endlich Elternzeit. Endlich mehr Zeit für die Familie. Und zwar ohne Kompromisse. Mitten in der Natur statt mitten im Lärm der Stadt. Einfach die eigene Wohnung für einen Monat hinter sich lassen und raus? Das geht! Wohnen in einer  restaurierte Mühle, einem altern Bahnhof und einem Schlossflügel . In Brandenburg kann es so einfach sein, die Elternzeit zu genießen. Für Taschengeld und ein Rahmenprogramm, um die Familien bei der Entdeckung Brandenburgs zu unterstützen, ist gesorgt! Gleich drei Familien können außergewöhnliche Locations für einen Monat zu ihrem Zuhause machen. #einfachausprobieren

  • Mitmachen können Familien ab zwei und bis acht Personen aus ganz Deutschland- Brandenburg ausgenommen. Das heißt, willkommen sind Bewerbungen von alleinerziehenden Eltern ebenso wie die von Großfamilien oder generationsübergreifenden Familienkonstellationen.
  • Wann ist die Aktionsphase?
  • Die Familien werden vom 15. Juni bis zum 15. Juli in Brandenburg sein.

Wie kann man sich bewerben? Bewerben kann man sich mit einem kurzen Video (max. 1,5 Minuten) in dem sich die Familie vorstellt, ein bisschen über sich erzählt und die Bewerbungsfrage beantwortet. Die Teilnahmebedingungen auch auf der Seite https://www.es-kann-so-einfach-sein.de/Elternzeit nachlesen.

Die Aufgabenstellung für die Bewerbung:

  • Nennt 5 Dinge, die ihr/du mit eurem/deinem Kind schon immer mal machen wolltet/wolltest, aber bei euch/dir zu Hause nicht könnt/kannst.
  • Und bis wann?
  • Die Bewerbungsphase läuft vom 1.April bis zum 1.Mai.
    Warum Brandenburg?
  • Brandenburg bietet ideale Voraussetzungen für ein naturnahes, entschleunigtes
  • Leben und eignet sich damit besonders gut für Mütter und Väter, die eine ruhige Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten.

Die Locations Elternzeit. Es kann so einfach sein !

Foto by Susanne Losert-Behr

Königlich absteigen im Schloss

Einmal kein Luft-Schloss bauen? In Lanke (Barnim) wartet die perfekte Kopie einer herrschaftlichen Unterkunft auf Gäste. Und das auch noch in einem Gartendenkmal, entworfen von Peter Joseph Lenné. Ein ganzer Seitenflügel steht den Gästen im kleinen Schloss Lanke zur Verfügung, inklusive zwei Schlafzimmern, einer großzügig ausgestatteten Küche und einer eigenen Terrasse. In nahezu jeder Richtung empfängt ein anderer See die Spaziergänger. Einer ist so blau, so dass man glaubt, im Meer zu schwimmen. Im Liepnitzsee thront sogar eine Insel. Herrschaftlicher kann es kaum werden

Foto by Gero Dusil

Dauerhaft umsteigen im Bahnhof

Als Jugendlicher immer an den Gleisen abgehangen? Im stillgelegten Bahnhof von Börnicke (Havelland) stehen die Signale heute auf Empfang. Gäste erwarten in der ersten Etage 70 Quadratmeter zum Wohlfühlen – aufwendig eingerichtet. Dazu Sonnenabteil, Familienanschluss, Blümchen pflücken. Und draußen gibt es statt Graffiti jede Menge Natur zu bestaunen: Alte Eichen- und Kiefernwälder wechseln sich mit wilden Wiesen ab. Und dazwischen liefern sich Hase und Igel manchmal auch ein Rennen. Sind ja auch nur 30 Minuten bis in die City von Berlin.

Foto by Beate Seewald

Hinaufsteigen in der Holländermühle

Endlich mal raus aus der Alltagsmühle? In Groß Leine (Dahme-Spreewald) wartet eine richtige! Mehl ist hier schon lange aus. Das gibt’s jetzt im Supermarkt im Dorf. Und statt Säcken voll Schrot und Korn beherbergt die Holländermühle mittlerweile 240 Quadratmeter Wohnfläche für Müller, Meier und Schulze – und das auf fünf Etagen. Sechs Schlafzimmer, vier Bäder, eine Wohnküche mit Holzofen: Das Denkmal zehn Kilometer nördlich vom Spreewald lässt keine Wünsche offen. Im Garten warten Obst und Gemüse zum selbst Ernten, eine Freiluftsauna und ein Pool – für diejenigen, denen der Mühlenteich noch nicht genug ist.
Na, habt ihr Lust ? Ich würde es sofort machen, nur leider wohne ich schon in Brandenburg …wie schade! Wer von euch hätte denn Lust? Und wer von euch überlegt gerade, aufs Land zu ziehen oder sogar nach Brandenburg? Kommentiert es doch bitte mal, zu Bewerbung bitte hier entlang (klick)
Alles Liebe, Rebecca

 

 

6 Kommentare

  1. Das ist sonschön beschrieben.Meine Mama ist von 20 Jahren mit uns von Pankow nach Schildow gezogen und auch wenn ich als Kind erst kurz dagegen war (Gewohnheitstier), Dir Erfahrungen und die Lektionen,die ich vom Leben auf dem Land mitbekommen habe,haben mich für jede Lebenslage gewappnet. Von sozialen Kontakten bis hin zu handwerklichen Kenntnissen,für die in der Stadt einfach auch gar kein Platz ist(so wie alte
    Möbel abschleifen). In den Jahren,in denen ich auf dem Land gewohnt habe, war ich nicht ein einziges Mal richtig krank,weil man einfach bei Wind und Wetter in der Natur ist und sein möchte. Ich finde euren Entschluss total schön und nachvollziehbar. Auch ich werde irgendwann wieder auf dem Land zu finden sein und dann brauche ich nochmal den Artikel zu den Hühnern <3 Danke für den Einblick,Rebecca!

  2. Wow Rebecca… habe Gänsehaut bekommen, beim Lesen. Es ist eine wundervolle Entscheidung aufs Land raus zu ziehen. Ich bin als Landkind aufgewachsen und tat mir immer schwer mitten in der Stadt. Jetzt wohnen wir in München zwar noch immer in der City. Aber am Stadtrand und in einem Viertel, dass mehr Dorf Charakter hat als Stadt. Nur eine Ampel und den Supermarkt gibt es auch erst seit 2 Jahren. Die Aktion 1 Monat das auszuprobieren ist mega.. ich hoffe ihr findet 3 tolle Familien. Das Leben im Einklang mit der Natur ist was wunderbares. Und ich glaube das tut einfach gut, dem Körper, Geist und Seele. Danke für den Einblick in dein Leben. Alles Liebe Emma

  3. Hallo Rebecca, ich wohne ganz in der Nähe der Mühle und kann nur bestätigen, dass das Objekt einfach traumhaft und wunderschön ist! Also wer einen Monat Zeit hätte, macht das unbedingt! Ringsherum sind soviele Seen und soviel Möglichkeiten, mal wirklich die Seele baumeln zu lassen. Und wer große Sehnsucht hat, ist in 40 Min. von Lübben aus wieder am Alex.
    Wir sind vor 5 Jahren von Berlin in den Spreewald gezogen und für die Kinder ist es einfach so toll hier groß zu werden. Nach anfänglicher Skepsis meinerseits, kann ich mir nun auch nicht mehr vorstellen, wieder in Berlin zu leben. Man gewöhnt so schnell an die Ruhe und die unglaublich schöne Natur, dass ich tatsächlich ziemlich schnell überfordert bin, wenn ich mal wieder in der großen Stadt bin.
    Alles liebe Diana

  4. So ein toller Beitrag. Man spürt richtig wie gut es euch geht.
    Brandenburg ist so schön. Ich bin endlich fürs Studium wieder hergezogen. Immer wenn ich morgens aufstehe und das Luch und die Felder sehe, geht mein Herz auf.
    Würde ich nicht schon hier wohnen, wäre ich gerne für eine Weile in eins der Häuser gezogen.

  5. Guten Morgen.
    Ich bin durch Zufall auf deiner Seite hier gelandet. Das klingt ja höchst interessant.

    Wir haben sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Aber die zugezogene Nachbarin war bisher noch nicht dabei 😉
    Wir sind vor knapp zwei Jahren ins östliche Havellland gezogen und nebenbei Inhaber dieses schönen Bahnhofs, der da beworben wird 😃
    Meld dich doch mal, falls du Lust hast auf andere ehemalige Berliner auf dem Land.
    (www.bahnhofszeit.de)
    Liebe Grüße
    Gero

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