Ich habe keinen Atem mehr und höre auf

Rebecca Lina

Ich habe keinen Atem mehr, um nicht zu sagen, ich kann nicht mehr! Mein Baby ist nun 16 Monate alt und zusammen mit seiner Schwester erfüllen sie mich beide Tag für Tag mit Liebe, Glückseligkeit und Freude. Aber, all mein Tun, mein Sein, meine Arbeit, mein Anspruch an mich als Mutter und als vollberufstätige Frau lassen mich nun schon seit Monaten einfach nicht mehr atmen. Selbst in diesem Moment, in dem ich schreibe, habe ich das Gefühl ich hyperventiliere gleich. Die Tränen fließen in Strömen, immer und immer weiter und ich bekomme keine Luft mehr, denn es ist einfach alles viel zu viel, und das seit Monatenl! Ich blicke zurück und denke mir immer wieder, wie habe ich das geschafft? Mein Leben ist seit der Geburt unseres jüngsten Kindes auf der Überholspur. Nach einer beschissenen Geburt (die ich bis heute nicht verarbeitet habe), folgte nach 8 Wochen Mutterschutz ein Wiedereinstieg ins Berufsleben, denn ich hatte mir in den letzten Jahren mit so viel Herzblut etwas aufgebaut, und dachte ich könnte mein Elfenkindbaby nun nicht einfach für ein Jahr pausieren. Auf der einen Seite ist der Konkurrenzdruck mittlerweile unglaublich groß und zum anderen herrscht auch ein finanzieller Druck. Hinzu kommt diese kleine Stimme, die in mir ruft: „Rebecca, du musst es alles alleine schaffen, du musst weitermachen – ohne wenn und aber und Pause! Gesetzt dem Fall, du bist auf einmal wieder alleinerziehend, ist es dein Label, dass dafür sorgt, dass deine Kinder etwas zu essen haben!“. Der Schock der Zeit als Alleinerziehende und auch Alleinversorgerin sitzt tatsächlich tiefer als ich dachte. Heute würde ich sagen, es war die dümmste Idee, die ich je hatte, mir diesen Druck zu machen, denn ich habe mich fast selbst verloren in der Zeit! Da hilft es auch nicht, dass zeitgleich im letzten Jahr all eine harte Arbeit anfing Früchte zu tragen und ich von jetzt auf gleich so erfolgreich mit allem war, wie ich es mir niemals hätte träumen lassen. Ich bin dankbar, glücklich und stolz auf all das, was ich geschafft habe. Aber ganz ehrlich, all die Last die in den letzten Jahren auf meinen Schultern lag, zusammen mit wirklich sehr sehr wenig Schlaf, haben mich viel zu Kraft gekostet. Es hilft wirklich keinem, wenn ich vor lauter Erschöpfung auf einmal nicht mehr da bin!  Ich bin wirklich kein Mensch, der sich schnell beschwert, jammert oder aufgibt. Aber gerade kann ich nicht mehr! Ich würde am liebsten alles hinschmeißen…zumindest mit dem Label Elfenkind aufhören, denn es ist einfach alles viel zu viel!

Es fühlt sich nicht mehr einfach an und von daher ist es vielleicht Zeit für etwas Neues!

Mein Magen zieht sich zusammen, mein Körper fühlt sich leer an, ausgelaugt und schwach. Ich bin kein Mensch der nach rechts und links schaut, sich vergleicht oder Sorgen macht. Aber fast täglich erreichen mich Nachrichten von lieben Followern oder Kunden denen auffällt, dass sich immer mehr Elfenkind ähnliche Dinge z.b auf Instagram ansammeln, die nicht von mir sind! Und auch mir fällt immer mal wieder auf, dass es Bilder und Shop Konzepte gibt, auf denen ist 1-zu-1 alles  wie bei mir. Nicht nur das Kleidungsstücke kopiert werden, sondern auch der ganze Look samt der Komposition auf den Bildern. Ich finde es schön, wenn ich inspirierend bin, teile wahnsinnig gerne und bin der Meinung, dass auch eigentlich genug für alle da ist. Aber es macht mich einfach sehr sehr traurig zu sehen, wie alte und neue Kollektionen von mir nachgemacht werden, die nachgemachten Sachen im schlimmsten Falle qualitativ nicht so sind, wie meine, und vor allem nicht so viel liebevoller Elfenzauber in jedem Stück steckt…es tut mir weh und scheint mir nicht richtig, meine Energie und Liebe in etwas zu stecken, dass sich so schwer anfühlt.

Wenn etwas schwer ist, sollte man es loslassen, damit es wieder einfacher wird.

in diesem Sinne stampfe ich nun hier und heute meine eigentlich sehr schöne Winterkollektion ein, werde all meine Stoffe, die ich noch auf Lager habe, versuchen zu verkaufen. Damit schaffe ich wiederum auch heilsame Ordnung in meinem Leben. Meine Tücher gibt es nun noch so lange der Vorrat reicht, und ob ich danach noch mal neuen Stoff produzieren lasse, ist mir heute noch nicht klar. Mit meinem Shop gehe ich Ende des Monats spätestens Anfang Dezember in die Weihnachtspause und im nächsten Jahr wird es ein neues Konzept geben, wann und welcher Form es online geht. kann ich leider nicht sagen, denn ich muss für mich einen Weg finden, der mir Freude bereitet und all meine Liebe auch nach außen transportiert. Mir geht es nicht darum, möglichst viel zu verkaufen, sondern meine/ unsere Art des Lebens und unseren Lifestyle, also den Elfenzauber, mit Euch zu teilen und zu euch nach Hause zu bringen. Denn glaubt mir, mit einem Online-Shop, so wie ich ihn betreibe, wird man nicht reich und er fordert wahnsinnig viel Arbeit und ebenso viel Herz!

Das einfach mal aufzuschreiben und in die Welt zu geben, ist schon fast ein wenig heilsam! Ihr versteht sicher, dass ein Mensch alleine diese Pensum, dass ich in den letzten Jahren an den Tag gelegt habe, nicht halten kann. Wenn diese Schaffenskraft dann auch noch umgeben ist von Neid und Missgunst, ist es nachvollziehbar, dass irgendwann einmal der Punkt erreicht ist, an dem ein Wandel her muss. Ich hab in den letzten Monaten schon einiges zurückgeschraubt, es fing damit an, dass ich keine Mails mehr auf dem Handy empfange und hört damit auf, dass ich am Wochenende mein Telefon nur noch im Flugmodus habe, denn ich möchte mit dem Außen in diesen Tagen nichts zu tun haben und nur für meine Familie da sein. Aber anscheinend reicht es noch nicht, denn alleine die Tatsache, dass der Wäscheberg im Schlafzimmer und die Unordnung, die sich wie ein roter Faden durch unsere Wohnung zieht, mich dazu bringt morgens um 10:00 schon weinend in der Küche zu stehen, zeigt mir, dass irgendetwas in meinem Leben gerade gehörig aus den Fugen läuft. Ich muss noch mehr ändern, um wieder glücklicher zu sein. Nur wenn ich wieder in meiner Mitte bin, voller Glückseligkeit, Mut, Achtsamkeit und Liebe zum Leben, kann ich das auch an meine Kinder weitergeben. In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl, dass nicht mehr so zu können, wie ich es mir wünsche. Daher mische ich nun meine Karten neu und bin voller freudiger Erwartung auf das, was da kommen mag.

Mutter sein und arbeiten bzw. Mutter sein und auch noch Unternehmerin, ist einfach nicht zu schaffen in der heutigen Zeit, wenn man nicht ganz viel Unterstützung von außen hat. Wenn einem dann noch das Leben von meist anderen neidischen Müttern (mit einem ähnlichen beruflichen Background)schwer gemacht wird, ist es einfach zu viel! Es wäre viel viel besser, wenn wir uns gegenseitig helfen würden, denn gemeinsam sind wir alle viel stärker und können mehr bewegen. Glücklicherweise bin ich von einer Hand voll Frauen umgeben, die diese Einsicht teilen und hoffe, dass es immer und immer mehr Frauen geben wird, die verstehen, dass ein Gemeinsam besser ist als ein Alleine!

Die meisten von uns leben in Städten fernab von ihren Verwandten, jede mit ihrer Familie ganz für sich. Und da ist es am Ende des Tages immer die Mutter, die alleine vor all dem großen Ganzen steht. Früher waren wir Frauen noch umgeben von Müttern und Großmüttern, die sich beispielsweise auch um die Kinder oder um die warme Suppe am Abend gekümmert haben. Wenn aber all die Hilfe weg fällt, dann ist es kein Wunder, dass wir Mamas alle kurz davor sind durchzudrehen, und krank werden. Es ist einfach nicht zu schaffen liebend, fürsorgliche Mutter zu sein, dabei im Job 150% zu geben und dann auch noch eine herrlich aufgeräumte Wohnung zu haben.

Um einen Weg aus dieser Endlosschleife zu finden, suche ich gerade nach Lösungen! Nach Lösungen für dich, für mich, für uns alle! Einen guten Plan für alle Mamas, um in eine bessere Work-life-Balance zu finden. Wenn ihr Tipps habt, kommentiert hier bitte und schickt mir eine Mail! Ich werde es alles zum gegeben Zeitpunkt zusammenfassen und natürlich mit euch teilen!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag, meine Tränen sind mittlerweile trocken, ich fühle mich schon viel viel besser, und zumindest hier auf dem Blog geht es weiter, denn das fühlt sich noch gut und warm und schön an.

Alles alles liebe Rebecca

*Eigentlich wollte ich nur etwas zum Thema Ordnung schreiben, und nun ist das dabei raus gekommen…..dazu kann ich nur sagen Willkommen im Leben, ich atme wieder ein wenig leichter!

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