An mein Baby im Bauch

Mirja Hoechst -Fotografie-76

An mein Baby im Bauch,

mein liebes kleines Wunder, nun kennen wir uns schon 272 Tage, denn ich habe ich dich empfangen und wusste genau wie bei deiner großen Schwester, dass du da bist, dass du bleibst, dass du uns schon lange ausgesucht hast und zu uns gehörst. Ich wußte, dass du ein ganz besonderes kleines Wesen bist und hatte von Anfang an dieses wundersam schöne Gefühl der Ruhe und Liebe, das sich in mir entfaltet hat. Nun bist du die letzten Monate in mir gewachsen, du hast mein Herz gespürt und ich das Deine. Wir zwei, wir kennen uns und sind auf eine Weise verbunden, wie es nur zwischen Mutter und Kind möglich ist. Ich bin so dankbar und glücklich, dass ich es mit dir erleben darf, denn du bist so wunderbar mein kleiner Babyjunge.

Ich bin in den letzten Monaten immer wieder erstaunt gewesen, wie sehr du dich auf mich eingestellt hast. Du hast Deinen Schlafrhythmus dem meinem angeglichen, und warst an jenen Tagen, an denen ich wirklich viel viel arbeiten musste, vielleicht gestresst und unglücklich war, ganz ruhig in meinem Bauch und hast dich erst wieder gerührt, wenn ich ein wenig Ruhe hatte. Du hast mir  immer meinen Raum gegeben, den ich brauchte, um alles zu schaffen, was mich so umgibt. Du und Deine Schwester, ihr seid wirklich ganz unglaubliche Kinder, denn ihr merkt immer ganz genau, wann es an der Zeit ist, eurer Mama mal für 5 Minuten ein wenig Zeit zu geben, um Dinge fertig zu bekommen, damit sie dann wieder mit ganz viel Liebe und Aufmerksamkeit bei Euch sein kann. Wenn ich an die letzten Monate mit dir in meinem Bauch denke, muss ich sofort anfangen zu weinen, denn ich habe das Gefühl, dass ich dir nicht gerecht geworden bin. Dir nicht die Aufmerksamkeit geben konnte, die ich mir vielleicht gewünscht hätte, dir geben zu können, denn irgendwie waren die Tage immer so schnell zu Ende. Es war schon wunderbar, wenn ich es wenigstens geschafft habe, ein wenig Mama Baby Zeit an jedem Abende mit dir in der Badewanne zu haben. Nun in dem Moment, in dem ich schreibe, fängst du an dich in mir zu bewegen – ich spüre ganz genau, du willst mir sagen “Mama es ist alles gut so wie es ist, ich liebe dich und ich weiß auch, dass du mich mehr als alles andere auf der Welt liebst” Mein lieber Kleiner, ja du hast völlig recht, meine Liebe für dich ist so unglaublich, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Und alles ist gut, so wie es ist! Mein liebes Kind ich danke dir dafür, dass du so bist, wie du bist und ich freue mich unsagbar auf Dich!

Ich weiß, dass du eigentlich schon gerne  am letzten Montag auf die Welt gekommen wärst und ich habe das Gefühl du hast dich dann doch umentschieden, da du wusstest, dass ich noch nicht bereit bin, denn es waren einfach noch zu viele Dinge in meinem Kopf, die erledigt werden wollten, bevor du kommst. Ich habe immer mal wieder in mich hineingeflüstert und dich gebeten, mir noch einen Tag Zeit zu geben, und das tut mir wirklich wirklich unsagbar leid, denn mein kleiner Babyjunge du darfst und sollst natürlich kommen, wann auch immer du dich bereit fühlst! Bitte bitte wenn du wieder das Gefühl hast es ist der richtige Zeitpunkt für dich um auf die Welt zu kommen, dann fühle dich willkommen! Ich bin die ganze Zeit bei dir und wir gehen den Weg gemeinsam, deine große Schwester hat den Weg schon geebnet für Dich und ich ich verspreche dir, es wird nicht schlimm, sondern schön. Wir zwei sind zusammen und werden uns gegenseitig helfen es zu einem schönen Erlebnis zu machen. Ich weiß, du möchtest Dein zu Hause vielleicht nicht verlassen und da kommt es dir ganz gelegen, wenn du ein leises Flüstern von mir hörst das sagt ” bleib noch ein wenig in mir“, aber weißt du mein kleiner, hier draußen in der Welt, da wartet ein Neues zu Hause auf Dich, und ich flüstere nun ein wenig lauter “Mein Kleiner, wenn du dich noch nicht auf die Welt wagen möchtest, dann bleib noch in mir, aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass du gerne möchtest und dich noch nicht so richtig traust, vielleicht auch da du denkst, dass ich noch Zeit brauche. Aber nein, es ist nicht so, du darfst natürlich kommen, wann immer du möchtest und alles weitere wird sich dann schon fügen! Du und Deine Schwester, ihr seid das allerallerwichtigste und das dürft ihr nie niemals vergessen! Ich bin immer für Euch da und nichts ist wichtiger als Eure Glückseligkeit! Also fühle dich Willkommen in unserer Welt und habe keine Angst! Komme zu uns, denn hier ist es auch ganz warm und kuschelig und wenn du da bist sind hier noch Dein Papa und deine Schwester, die dich genau wie ich mit Wärme und Liebe überschütten werden.”

Die Welt, die dir vielleicht gerade noch so fremd und komisch vorkommt, ist ganz wunderbar und freut sich auf dich!

Es ist wirklich erstaunlich, wenn ich mir hier gerade umsehe. Dann sehe ich auf der Kommode von uns allen Klamotten rum liegen, die nicht einsortiert sind, auch auf dem Schaukelstuhl und in deinem Bettchen liegen Sachen, die eigentlich nicht dort hingehören. Ich weiß, du kennst mich so gut dass ich dir gar nicht erzählen muss, wie sehr es mich eigentlich stört und das ich normalerweise nun sofort aufstehen würde, um es wegzuräumen. Aber irgenwie ist dafür gerade nicht der richtige Zeitpunkt und es ist auch echt total egal, ob das eine oder andere vielleicht nicht so perfekt sein mag, wie ich es in meiner Welt immer gerne hätte. Genau die Tatsache, dass es mir gerade tatsächlich irgenwie egal zu sein scheint, ich heute noch nicht einmal in meine Emails geschaut habe und ich in diesem Moment ganz bei mir und dir bin, gibt mir das Gefühl, dass du dich ganz bald auf den Weg machst, und das ist ganz wunderbar und schön.

Nun beginnt die Zeit der Ruhe, eine Zeit auf die sich deine große Schwester ganz besonders freut, denn ich habe ihr vor kurzem erzählt, dass wir vier, wenn du da bist, ganze zwei Wochen einfach gar nichts machen, außer miteinander anzukommen und uns kennenzulernen. Keiner darf uns besuchen kommen und es sind nur wir vier zusammen. Es  wird unsere ganz heilige erste wertvolle gemeinsame Zeit.

Weißt du, mein Kleiner, ich bin auch gerade noch hin und her gerissen, denn auf der einen Seite möchte ich dich natürlich noch so lange wie möglich unter meinem Herzen tragen und nun einfach die gemeinsame Zeit, die wir noch alleine haben genießen, denn irgendwie war sie so kurz und auf der anderen Seite habe ich sooo sooo sehr das Gefühl, dass du eigentlich raus möchtest, Platz und Raum brauchst, um dich mal wieder auszustrecken, ganz neugierig bist auf das, was da nun alles kommen mag. Da kann ich nur ganz laut rufen ” los, ich lasse dich ganz kurz los, um dich dann, wenn du da bist, wieder ganz doll fest zu halten, wenn du möchtest! Mein kleines Wunderwesen, ich liebe dich, ich freue  mich auf dich und du bist willkommen, wann auch immer du kommen magst! Ich für meinen Teil begebe mich nun in diese schwerelose Ruhe, wie man sie vielleicht nur verspüren kann so ganz kurz vor dem Gebären eines Kindes und warte, bis du soweit bist und dich auf den Weg machst!

In Liebe und unbändiger Freude auf Dich!

Deine Mama

 

 

*Das schöne Foto ist mal wieder von der lieben udn tollen Mirja Hoechst! Vielen dank liebe Mia!

 

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